Jugendliche gestalteten ihr eigenes T-Shirt: "Hauptschul-Power" bei der Handwerkskammer
25.02.2011 00:00
"Ich finde es super", sagt Mathias. Er ist einer von gut 50 Hauptschülern, die dem Bildungszentrum der Handwerkskammer für Mittelfranken in der Nürnberger Sieboldstraße einen Besuch abstatten. Sie sind im Rahmen des Projektes "Hauptschul-Power" hier, heute arbeiten sie mit Farbe.
Mathias steht mit einigen anderen Mädchen und Jungen an einem langen Tisch. Jeder von ihnen hat ein weißes T-Shirt vor sich, welches sie mit einem Muster verzieren wollen. Vorsichtig streichen die Jugendlichen den Stoff glatt, legen eine Schablone darauf, ziehen die Schutzfolie ab und kleben die Ränder ordentlich mit Packpapier ab. Dann geht es in den Sprühstand. Dort bearbeitet einer nach dem anderen sein T-Shirt mit einer Farbpistole.
Im Rahmen des Projektes "Hauptschul-Power" lernen Achtklässler aus mehreren Nürnberger Hauptschulen verschiedene Berufsfelder und sich selbst kennen. So soll ihnen der Einstieg ins Berufsleben erleichtert werden. Mathias beispielsweise geht an die Georg-Ledebour-Schule. Sechs seiner Klassenkameraden sind auch dabei.
Kunstvolles Drachenmotiv
Fachmann Thomas Schertel und sein Kollege Karl Heinz Hoffmann zeigen den Jugendlichen an diesem Samstag, was sich mit Farbe so alles machen lässt: Zum Beispiel T-Shirts mit einem tollen Drachen-Motiv und dem Namen der jungen Künstler versehen. Schertel ist zufrieden, wie gut die Mädchen und Jungen mitmachen. "Sie sind sehr aufmerksam", sagt er. "Und sie merken, dass die Sache funktioniert, wenn sie es so machen, wie ich es erkläre."
Insgesamt acht Wochenenden im Schuljahr verbringen die Schüler gemeinsam und genießen die Aktionen sichtlich. Im Hochseilgarten waren sie schon, sie haben gelernt, wie sie mit Konflikten umgehen können und alles Mögliche rund ums Kochen erfahren. Auch Holzberufe (ebenfalls unter anderem im Bildungszentrum der Handwerkskammer) stehen noch an und heute sind außer einem Bewerbungstraining eben Berufe an der Reihe, die mit Farbe zu tun haben.
Wer bei der "Hauptschul-Power" dabei sein will, muss sich bemühen. Insgesamt 100 Plätze gab es dieses Jahr. "Mich hat mein Lehrer gefragt, ob mitmachen möchte", sagt Michelle. Sie geht an die Thusneldaschule. Dass sie "ja" gesagt hat und sich beworben hat, hat sie nicht bereut. Besonders gefallen hat ihr ein Zelten-Wochenende zum Auftakt der Hauptschul-Power. Verantwortlich für das Projekt ist die Defacto-Stiftung, Organisation und Betreuung übernimmt das Hubert-Schwarz-Zentrum. Die Handwerkskammer für Mittelfranken fungiert als Partner. Hier dürfen die Jugendlichen nicht nur übers Wochenende im Internat wohnen, sondern auch das Handwerk hautnah kennenlernen.